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2005

 

 

FLEESENSEE (Netto-Stf.)

 

(21.08. Lietzenhof - Kyllburger Waldeifel)

22.08. Scandinavian Course Fleesensee

23.08. Schloßcourse Fleesensee

23.08. Tchibo Course Fleesensee

24.08. Scandinavian Course Fleesensee

25.08. Golf Club Rügen

26.08. Tchibo Course Fleesensee

27.08. Schloßcourse Fleesensee

 

 

Text:Norman

 

Hurra, Hurra, wir haben Nachwuchs: Timo im ersten Lehrjahr!

Ausgangspunkt der dritten FMN-Tour ist – den fleißigen Lesern der vorangegangenen Jahre wird’s kaum wundern – Aachen. Nachdem sich Miyaki am 20. August auf den Weg in die Kaiserstadt gemacht hat, fuhren wir am darauf folgenden Abend nach Fabian Range LietzenhofVerviers, um Fabian vom Bahnhof abzuholen. Gemeinsam ging es von dort aus zur Mosel, um als Einstimmung auf die diesjährige Tour die Golfanlage Lietzenhof in der Nähe von Bitburg zu bespielen. Diese Runde war logischerweise, da die volle Mannschaftsstärke noch nicht erreicht war, außer Konkurrenz vom jährlichen Leistungsmessen. Überschattet wurde diese eigentlich schöne, da entspannte Runde von einem tragischen Zwischenfall unermesslicher Größe: Miyaki hat seinen Nemesis gefunden! Ein aufgeweckter älterer Herr stand plötzlich am sechsten Abschlag in Sichtdistanz und scheute nicht die Kontaktaufnahme mit unserer geselligen Runde. Wäre dieser Mann Nemesisnach seinen Worten und dem Wühlen zwischen Miyakis Schlägern wieder verschwunden, wie er aufgetaucht ist, wäre er nicht der Rede wert gewesen, aber in bester Hitchcock-Manier tauchte er immer wieder plötzlich im Blickfeld auf und machte beim Schwung ein Abtauchen in ein Happy-Place unmöglich! Harte Kämpfe mit der eigenen Konzentration waren die Folge, und wäre dieser Zwischenfall während eine offiziellen Tourrunde passiert… man möchte sich dieses Schreckensszenario erst gar nicht vorstellen.

Geschafft von dieser psychologischen Reifeprüfung nahmen wir Abstand von der uns vertrauten E40 der letzten beiden Jahre und folgten der A1, um in Hamburg unseren vierten Starter aufzusammeln.

Nach einem kleinen Frühstück im Hamburger Schanzenviertel machten wir uns auf zum Austragungsort der 2005er FMN-Tour: dem Golf und Country Club Fleesensee inmitten der Mecklenburger Seenplatte.

Nachdem die letzten beiden Jahre doch sehr viele Kilometer vor allem zwischen den Runden auf den Tacho brachten, galt im aktuellen Jahr die oberste Prämisse, die Fahrzeiten zu minimieren. Schließlich war nun ein weiterer Mitspieler – zu diesem Zeitpunkt noch Anfänger – zu integrieren und erfahrungsgemäß ist so mindestens eine Stunde mehr für 18Loch einzuplanen. Ein Internetstudium über Golfballungsräume brachte uns neben Schwenkern nach Bad Griesbach und zur Mosel recht schnell in diese neu geschaffene Ferienanlage. Neben den zwei „großen“ Plätzen Schloss und Scandinavian Course bot diese Anlage noch einen weiteren, für uns annehmbaren Platz, der damals noch unter dem Namen Tchibo-Course geführt wurde. Im Umkreis von zwei Stunden waren zudem noch zwei Ausflüge nach Rügen und Usedom und deren Golfplätzen geplant.

Scnv Course 1.TagNun aber der Reihe nach: Frühstück in Hamburg lässt auf eine morgendliche Abfahrtszeit schließen, so dass wir nach zwei Stunden Autofahrt in Wolff´s BMW-Kombi in unserem Ferienparadies ankamen, wollten wir doch schließlich noch am Ankunftstag den Scandinavian Course antesten.

Im Dorfhotel entledigten wir uns noch unserer für die Runde nicht gebrauchten Kleider und fuhren zum Proshop an der Golfarena, um die Spiele beginnen zu lassen. Gruppenfoto im Einheitslook und natürlich verspätet (wer konnte ahnen, dass es von der Kasse bis zum Abschlag so weit sein würde) ging es zum Starter an Bahn 1, der uns mit mittlerem Engagement in die anderen Flights einordnete.

Gespielt wurde nicht immer gut, schon gar nicht effektiv, aber das neue und unbekannte Terrain machte Spaß und unsere aufgestockte Reisegruppe war selbstredend unterhaltsam. Doch bereits auf der ersten Runde stellte sich heraus, dass die Fleesenseer Coursearchitekten bei der Fairwaytopographie die Bauweise alter römischer Straßen perfektioniert haben, so dass ein Ball, zwei Meter neben der zeckeRoughgrenze auftreffend, keine andere Wahl hatte, als sich vom sicheren Geläuf zu verabschieden, um sich im ungeschnittenen Gräserwald zu verstecken. Klar, würde man den Scheitelpunkt des Fairways treffen, hätte man sich dem Gespött der jeweils drei anderen nicht aussetzen müssen, aber das Schnappgeräusch der Mitspieler beim Verschwinden des Balls im Dickicht brachte uns viel Freude. Die vor allem von Fabian vermuteten Zecken im Rough, deren Schnappgeräusch wir zu imitieren versuchten, wurden im Laufe der Woche zu keinem Zeitpunkt gesichtet.

 

Neuer Tag, neues Glück: Als nächstes stand auf unserem Wunschzettel der Alle 4Schloßcourse ganz oben. Hierfür fuhren wir von der Golfarena zum namensgebenden Radisson-Schloßhotel und freuten uns am frühen Morgen bei tollen Nebel-Licht-Verhältnissen loslegen zu können. Nachdem Miyaki am ersten Grün bemerkte, dass ein Standbein seiner Tragetasche zu lang schien, kürze er es sanft. Eingeweihte wissen zu berichten, dass die Tasche erst NACH dem Zusammenstoß mit Miyakis doch recht schnell gehämmerten Hieb schief steht. Ein Zusammenhang mit einem schlecht geschossenen Ball soll aber an dieser Stelle wie ausgeschlossen wirken. Aber eine Tasche ist ja auch zum Tragen und nicht zum Geradestehen gebaut worden. So trugen wir unsere Taschen die Bahnen entlang und merkten beiläufig, dass dieser Platz gar nicht mal so einfach ist. Ein schönes Beispiel hierfür ist Bahn 4. Noch Fragen?schloss-c-fleesensee-bahn-4

Mit Ruhm bekleckerten sich auch an diesem Tag nur andere Flights, aber die Hoffnung auf den kurzen Tchibo-Course am Nachmittag ließ die gute Laune nicht verpuffen. Die mittleren fünf, sechs Bahnen fand ich persönlich nicht ganz so spannend, aber 18 durch die Bank tolle Löcher zu zaubern ist wohl weltweit nur einer handvoll von Golfclubs vorbehalten. Nachdem wir die ersten sechs Golfkilometer hinter uns brachten, wollten wir Tchibos knapp fünf weiteren am Nachmittag folgen lassen und setzten wieder über Richtung Golfarena. Der dritte Platz vom Fleesensee ist eine gute Möglichkeit für Shorthitter beachtliche Ergebnisse zu spielen. Dennoch kommen auch hier die guten Ergebnisse nur dann zustande, wenn das Zielen einigermaßen erprobt ist. Timo, der als Favorit für diesen Platz galt, demonstrierte uns in überzeugender Regelmäßigkeit, was es mit der soeben genannten Weißheit auf sich hat: Mit seinen vielen Drei- und Vierputts schien er höflichst auf jede Form von Tagessiegen verzichten zu wollen. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal für so viel Rücksichtnahme.

Tag drei am Fleesensee brachte uns alt bekanntes: Erneut versuchten wir uns am Scandinavian Course. Dieses Mal war uns das Layout der einzelnen Bahnen bekannt, spielten interessanter Weise dennoch schlechter, als beim ersten Versuch. Vielleicht hatten wir auch die ganze Zeit unsere im Vorfeld geplante Olympiade im Hinterkopf, wo neben Golf noch Sportarten wie

Tennis, Olivenkernweitspucken, Tischtennis, Strandlauf auf Rügen, Fußball 1on1, und Basketball zelebriert werden sollten, so dass wir nicht immer mit voller mentaler Stärke beim Golfen waren. Da diese Olympiade aus Zeitgründen und wegen mangelndem Antrieb zur Umsetzung die Planungsphase nicht überstanden hat, war jegliche Form von geistiger Einstimmung auf diesen Mehrkampf reine Kraftverschwendung. Aber wer konnte das schon im Vorfeld erahnen…

(Diese Zwischenbemerkung soll natürlich nur von spielerischen Defiziten ablenken.)

Der nächste Morgen erwachte mit dem Gedanken an unseren kleinen Ausflug nach Rügen. Zum ersten Mal würden wir, abgesehen von wilden Einkäufen bei Lidl, unser Reservat verlassen. Wind und in regelmäßigen Abständen sonnige Flecken waren unsere Rahmenbedingungen, als wir dann nach knapp 90Minuten Fahrt auf der benchwarmerOstseeinsel den von uns zu bespielenden Golfclub erreichten. Ein schönes Reetdachhaus war das Clubhouse und abgesehen von den alten DDR-Straßen bei der Auffahrt zum Clubgelände und dem Baustellenlook auf dem Parkplatz wirke alles neu, sauber und stilvoll. Nun konnte es auf die Runde gehen und schnell sollte sich zeigen, dass jedes Jahr Golferfahrung entscheidend ist, wenn der Wind mal ein wenig auffrischt. Miyaki setzte gekonnt seine Abschläge so, als würden ihn die fast stürmischen Verhältnisse gar nicht beeinflussen, während der Rest der Fahrgemeinschaft den Kampf gegen die äußeren Bedingungen schon mehrmals verloren zu haben schien. Der Platz wirke interessant und gepflegt, doch eine objektive Sichtweise über den Schwierigkeitsgrad dieses Platzes war zumindest für drei von uns nicht möglich. Das wahre Highlight unserer DDR-Klassenfahrt fand dann aber erst am Abend dieses Tages im wieder gesund erreichten Fleesensee-Ressort statt. Mutig, wie wir nun mal alle waren, verließen wir unser Dorfhotel und wanderten zum gegenüberliegenden Robinson-Club. Dort sollte schließlich neben dem uns aus dem Dorfhotel vertrauten Gesichteranmalen, Töpfern für Kleinkinder, und Kettcarwettrennen für 3-5jährige auch abends für die etwas ältere Generation Unterhaltungsprogramm geboten werden. Mit ein wenig Schmiergeld betraten wir das Partyalcatraz vom Fleesensee und genossen das mittelmäßige Unterhaltungskonzept. Im Vergleich zu den sonstigen abendlichen Freizeitmöglichkeiten in der Nebensaison war es aber unser Studio 54!

Zur späteren Stunde wurde schließlich auch der Discokeller eröffnet und eine sehr lustige und alkoholreiche Nacht hatte ihren Anfang gefunden. Weitere Details müssen an dieser Stelle nicht niedergeschrieben werden. So manches Golfloch dieser Fahrt hat man im Laufe der Jahre sicherlich vergessen, aber den Spaß dieses Abends werden wir sicherlich noch lange im Gedächtnis halten.

Puh, spät ist es geworden und am nächsten Morgen stand Usedom auf dem Zettel! Aber doch nicht mitten in der wohl verdienten Regenerationsphase des vorherigen Abends… Also musste zügig (was man halt so mit 2,5Promille Restalkohol als zügig empfindet) eine Alternative her und davon sollte es im Golfparadies Fleesensee ja nun genügend geben. Da der Wunsch Golf zu spielen nicht von den Cocktails weggeschwemmt wurde, mussten die Fahrtzeit und die Platzlänge minimiert werden, so dass der Tchibo-Course uns wieder willkommen heißen durfte. Die knapp fünf Kilometer des Platzes schienen unüberwindbar, so dass kurzerhand noch zwei Carts ausgeliehen wurden. Rückblickend muss ich sagen, dass wir auf Außenstehende einen Eindruck hinterlassen haben müssen, der sonst nur Holländern in Mayrhofen vorbehalten ist. Diesen Satz kann gerne jeder so interpretieren, wie er möchte. Es hat sehr viel Spaß gemacht dort zu spielen, da nicht sauber getroffene Bälle meist nicht direkt bestraft werden.

Die Krönung unserer Golfwoche sollte dann am nächsten und letzten Tag unserer letzte Runde SchlossFleesenseereise stattfinden. Zum Abschluss wurde der Schlossplatz als Austragungsort für die Entscheidung der FMN-Jahreswertung gewählt.

Sollten wir uns am Vortag wie Holländer beim Apres Ski verhalten haben, so wollten wir am letzten Tag keinen Riss in diesem neu geschaffenem Bild zulassen und gönnten uns neben der finanziellen Ausgabe für zwei Carts am regelmäßig kreuzendem Versorgungsfahrzeug ebenso regelmäßig flüssige Nahrung mit Alkoholgehalt.

Wie locker plötzlich Golf von der Hand gehen kann: Kein Ärger über schlechte Schüsse, eher große Freude bei den anderen drei Zuschauern und ein entspanntes Dahingleiten über frischgemähte Fairways.

Diese Runde war einfach nur schön. Sehe ich Golf sonst meist nur durch eine sehr ehrgeizige Brille, tat diese Abwechslung uns allen Vieren einfach nur gut!

Nach der Runde stand dann auch fest, dass sich Timo auf unserem wodden spoon verewigen würde, so dass sich der feste Stamm der FMN-Gruppe als Sieger fühlen durfte. Vielen Dank für diesen schönen Urlaub und bis zum nächsten Jahr!

 

Timo hat am Abend (wieder in Hamburg angekommen) seinen Schmerz über den letzten Platz mit Alkohol gelöscht und war so frei, sich insofern für seine Niederlage zu revangieren, dass er uns nachts volltrunken nicht mehr die Wohnungstüre aufmachte, so dass F,M und N auf dem Treppenpodest der 4. Etage die Nachtruhe im Hausflur fanden. Gute Nacht und danke nochmal dafür!

 

 

 

Highball [ˈhaibлl] m., auch Highballspiel. Ein mit einem handelsüblichen Fußball gespieltes Wettbewerb in einem nach oben offenem Käfig, in dem der Spielball in abwechselnder Reihenfolge höher als die das Spielfeld umrandende Einzäunung geschossen werden muss, wobei derjenige, der nach einmaligem Titschen einen solchen Schuss nicht zustande bringt, einen Strafpunkt erhält. Ab welchem Punktestand ein Ausscheiden aus der jeweiligen Runde folgt, entscheidet die Gruppe vor Beginn einer solchen. Deutsche HB-Spieler bevorzugen bei der Ausführung den Konsum von Bier. Fangruppierungen von HB sind meist nur in einzelner, weibliche und, mobiltelefonierender Form zwischen 13 und 14 Lebensjahren zu finden.

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