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2007

 

 

FMN TOUR SUMMER 2007 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2.07.   Potsdamer Golf Club

3.07.   Stolper Heide Ostplatz

4.07.   Range Berlin Mitte

5.07.   Golf Club Prenden

6.07.   Berliner Golf Club Gatow

 

Text: Norman

 

Vorwort:

Aufgrund der wetterbedingt kürzesten Tour aller Zeiten stieg die sportlich anspruchsvollere Golfleistung 2007 in den zehn Tagen vor der Tour.

Am längsten Samstag im Jahr (23.06.) spielten Miyaki und ich unser wohl anstrengendstes Turnier unserer bisherigen Golferkarriere. Am Golfclub Schloss Horst in Gelsenkirchen auf dem Gelände einer ehemaligen Pferderennbahn stieg unser erstes und auch vorerst einziges 100-Loch-Turnier.

Vorwort zum Vorwort: Nachdem ich sechs Monate zuvor zum ersten Mal von einem 100-Loch-Turnier gehört habe, war es ein Muss, ein solches Turnier zu finden, um daran teilzunehmen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass alle von mir im Vorfeld gefundenen Turniere immer auf Par3- oder sonstigen Kurzplätzen gespielt wurden. Der Platz in Gelsenkirchen sollte somit vom Kraftakt und der zeitlichen Knappheit her bis an alle Limits gehen. Als ich die Ausschreibung für dieses Turnier gelesen habe, rief ich sofort Miyaki an, um ihm von dieser Herausforderung zu erzählen. Miyaki zögerte nicht lange, legte auf und rief nach kurzer Zeit mit der Bestätigung zurück, dass er den Flug für das Wochenende gebucht habe. So holte ich Miyaki am Freitag, den 22. gegen 23:00Uhr am Flughafen in Düsseldorf ab und wir fuhren zur Anlage von Schloß Horst. Kurz vor Mitternacht 100locherwartete man uns sehnsüchtig, da ein Mitarbeiter für uns die Türe aufhielt, damit wir in den Räumen der Gastronomie nächtigen konnten. Jens Westendarp (der Geschäftsführer der Anlage) war so nett und hat uns zwei Matratzen neben die Theke gelegt und wir hatten im Bistro freie Getränke- und Speisewahl. Zur späten Nachtzeit hielt sich unser Interesse für Alkohol aber in Grenzen, stattdessen fuhren wir unser Auto gegen 1:00Uhr zum Übungsgrün, um im Scheinwerferlicht ein kleines Puttturnier zu veranstalten. Gegen 2:00Uhr legten wir uns dann aber doch zur Ruh, schließlich sollte um 3:45Uhr der Wecker wieder klingeln, um zur geplanten Startzeit von 4:30Uhr fit zu sein.

Als wir nach gut 90Minuten Schlaf aus diesem gerissen wurden, mussten wir feststellen, dass es in ordentlichen Mengen zu regnen begann, so dass unsere Startzeiten aufgrund der damit verbundenen mangelhaften Lichtverhältnisse um eine halbe Stunde nach hinten auf 5:00Uhr verlegt wurden. Während wir draußen auf besseres Wetter hofften, lernten wir drinnen unsere acht sympathischen Leidensgenossen kennen. Die nächsten 17 Stunden waren Zählspielgolf (aufheben verboten) im leichten Laufschritt, mit zwei Mal 15 Minuten Pause nach 36 und nach 72 Löchern und jede Menge Powerriegeln über immerhin 55km Distanz. Ist schon ein komisches Gefühl um 10:00Uhr morgens festzustellen, dass man schon 36 Loch gespielt hat. Gott sei Dank hatten wir nur während fünf, sechs Löchern Regen, die restliche Zeit blieb es trocken und die äußeren Bedingungen hätten nicht viel besser für ein solches Event sein können (max. 20 Grad und stark bewölkt). An dieser Stelle noch mal vielen Dank an die Organisatoren dieses Tages, die den 100-Loch Marathon und den zeitgleich stattfindenden Schnuppertag für Golfeinsteiger mit so viel Hingabe organisiert haben, dass man sich einfach nur wohl fühlen konnte. Dass uns dann nach der Siegerehrung noch alle Cocktails spendiert wurden, war schon fast die logische Schlußfolge. Allerdings waren wir schon nach drei Caipirinhas dermaßen voll, dass wir uns wieder neben der Bar in voller Montur schlafen legten. Ein irrer Tag!

Eine Woche später folgte in der Eifel der Ironman, den ich seit einigen Jahren regelmäßig mitspiele. 2007 gab es aufgrund einiger Club-Unstimmigkeiten die Umstellung, dass statt auf drei verschiedenen Anlagen (Bitburger Land, Bitburg Baustert und Lietzenhof) an einem Tag nur auf zwei Anlagen gespielt wurde. Zwei Mal 18 Loch am Golfresort Bitburger Land und mittags zwei Mal neun Loch auf der Anlage von Bitburg Baustert galt es zu bewältigen. Diesmal war mein Leidensgenosse Fabian, der freitagabends in Verviers eintrudelte und mit mir nach Piesport fuhr, um am nächsten Tag die Eifel unsicher zu machen. Konnte ich in Gelsenkirchen noch zufrieden mit meinem Spiel sein (Runden um die Anfang bis Mitte 90), so habe ich mir in Bitburg scheinbar zu viel vorgenommen. Nach den ersten sieben Löchern konnte meine Scorekarte immerhin fünf Streicher vorweisen, so dass ich mich auf die seelische Unterstützung von Fabian fokussieren konnte. Auf der zweiten Runde (in Baustert) zeigte dann Fabian tolles und sicheres Golf, so dass er erstens genügend Punkte sammelte, um bei der Siegerehrung nach vorn zu kommen und zweitens sein Handicap ordentlich zu verbessern. Unser Flightpartner war ein angenehmer Zeitgenosse, der anfangs Annäherungsschwierigkeiten mit unserem Humor zu haben schien, sich aber innerhalb kurzer Zeit daran gewöhnte, so dass auch er viel Spaß auf den Runden hatte. Die 54 Löcher an diesem Tag waren sicherlich nicht so anstrengend wie die fast doppelte Menge in der Woche zuvor, aber dennoch war die am nächsten Tag bewältigte Fahrt nach Berlin aufgrund der körperlichen Erschöpfung sehr hart. Sonntagabend kamen wir dann in der Hauptstadt an und ab diesem Zeitpunkt sollte dann das Wetter nicht mehr mitspielen. Genächtigt haben wir in den kommenden Tagen in Kreuzberg im Carloft-Ausstellungsloft an der Ecke Reichenbergerstraße/Liegnitzerstraße, welches mein Vater uns bereitstellte. Golferisch haben wir uns einen Fünftageplan ausgearbeitet, der von den ca. 13 Clubs rund um Berlin die teuersten und die schlechtesten Potsdamer 11ausließ, so dass fünf Plätze auf anspruchsvollem Niveau in bezahlbaren Preisklassen auf dem Zettel standen. Ganz oben stand für Montag der älteste Club in den neuen Bundesländern: Potsdamer Golf Club. Dieser Club machte auf uns einen sympathischen Eindruck, da die Mitarbeiter uns sehr freundlich empfangen haben. Der Platz war auf den ersten 6 Bahnen noch relativ leicht zu spielen, doch die weiteren Bahnen sollten uns eine Menge abverlangen, da teilweise sehr lange und genaue Schläge gefragt waren, die im ständigen Regen und auf einem mit Pfützen übersäten Platz nur sehr schwer abrufbar waren.
So war auch das Ergebnis nach 18 Loch bei keinem überwältigend, eher war man ein wenig stolz auf sich, dass man die Runde nicht vorzeitig abgebrochen hat. Bei guten Bedingungen werde ich diese schöne Anlage nochmal spielen, aber auf nassem und tiefem Boden sicherlich nicht! Der Dienstag brachte uns wieder in den Nordwesten der Hauptstadt, diesmal zur Anlage Stolper Heide. Uns erwartete ein Clubhouse, dessen Architektur ich nicht mit einem Golfplatz verbinde, aber für die Größe der Anlage war wohlmöglich ein solches Gebäude nötig. Der Platz war so, wie man es befürchtete: Jede Menge tiefstes Rough. Sobald der Ball in diesem verschwand, war es nur mit hohem Zeitaufwand und einer großen Portion Glück möglich, ihn wieder zu finden. Allerdings hielten wir uns Clubhouse Stolper Heideerstaunlich viel auf den Fairways, so dass wir recht gut vorankamen. Die Gegend rund um Berlin bietet nicht optimale Bedingungen für einen optisch erstklassigen Platz nach unseren Traumvorstellungen, doch in dieses eigentlich eintönige Landschaftsbild haben die Stolper Coursearchitekten schön modulierte Bahnen gepflanzt. Leider ließ am Schluss der Runde mein drei Monate zuvor operiertes Handgelenk ein wenig nach, so dass ich Miyaki nicht mehr gefährlich werden konnte. Zusammengefasst muss man sagen, dass in Stolpe gute Arbeit geleistet wird: Die Grüns sind sehr schnell und die Wasserhindernisse sehr schön. Konnten wir am Dienstag noch recht trocken über den Platz gehen, obwohl auch hier viele Pfützen unsere Bahnen kreuzten, so war am Mittwoch an Golf nicht zu denken. Wir fuhren zwar wieder nach Stolpe, um dieses Mal den Westplatz auszutesten, doch vor dort hatten wir Land unter. Es schüttete aus Eimern und der sowieso durchtränkte Platz wurde noch mehr gefordert. Nach 90 Minuten Warten im Dauerregen, kapitulierten wir und fuhren zurück in die City. Dort angekommen fuhren wir zur Range, um im Überdachten die Schläger zumindest ein bisschen schwingen zu lassen. Die Abende unserer Berlintour waren geprägt von jede Menge ProEvolutionSoccer mit meinen Brüdern Kartrunden in Spandau und diversen Treffen mit Verwandten und Bekannten aus Londoner Zeiten, die sich nun in Berlin Prendenniedergelassen haben. Komme was wolle, Donnerstag soll wieder Golf gespielt werden, und so ging es zum für uns entferntesten Platz nach Prenden nordöstlich von Berlin, der immerhin der fünft schwerste Deutschlands ist. Warum der Platz in dieser Wertung so weit oben steht, wurde uns im Clubhouse vor der Runde verraten. Während wir auf unsere Brötchen warteten gab uns ein Mitglied den Tipp, immer auf dem Fairway zu bleiben, der dummerweise sehr, sehr schmal ist. Dies hatte zwei Gründe: Die Semi-Roughs wirkten zwar nicht länger, als bei anderen Anlagen, doch sie wuchsen so dicht, dass man die Bälle wirklich nur direkt über ihnen stehend sehen konnte. Die Zweite Schwierigkeit lag darin, dass man aus dem Semi-Rough schon fast ein Wegde brauchte, um aus diesen hinaus zu spielen. PW, 9er und 8er hatten noch gewisse Chancen, aber längere Eisen zu gebrauchen, war schlichtweg zwecklos. Auf dem Platz mussten wir trotz Schwierigkeiten feststellen, dass uns die Anlage gefällt. Zwar waren an zwei, drei Bahnen die Autogeräusche recht laut, doch irgendetwas findet man ja immer. Ansonsten fielen vor allem wieder mal die Bahnen mit Wasser ins Auge. Allen voran wusste die Bahn 6 mit dem schönen Namen Fisherman´s Friend zu gefallen. Nach holprigem Start und Eingewöhnungsphase auf die Roughsituation und die teils recht kleinen Grüns spielten wir auf den zweiten Neun gutes Golf (>18Punkte) und konnten erhobenen Hauptes die Anlage verlassen. Tag fünf brachte unsere vierte Anlage, die recht stadtnah im alten Westen von Berlin beheimatet ist. Der 1967 von Briten gegründete Platz British Golf Club Gatow heißt nun seit einigen Jahren Berliner Golf Club Gatow und wurde von neun auf 18 Löcher ausgebaut. Die neuen Löcher waren Geschmackssache: Waren die alten Neun noch im Wald gebaut und wirken sehr edel, so boten die neuen Löcher spektakuläre Abschläge und teilweise schwierige Bahnen, die aber sicherlich noch ein paar Jahre brauchen, bis sie richtig eingewachsen sind. Das ist halt das harte Los neuer Anlagen! Ich freue mich schon, hier in zehn Jahren nochmal zu spielen. Zu unserer Runde: Leider gab es ein paar organisatorische Probleme innerhalb des Clubs, wollten wir doch um 8:50Uhr starten, da um 9:00Uhr ein Turnier begann. Leider waren die Grüns für dieses Jugendturnier noch nicht fertig gemäht, so dass wir um 9:00Uhr zum zweiten Abschlag rannten, um von dort starten zu können, wollten wir doch schließlich nicht mit zwei Stunden Verspätung hinter dem Turnier loslegen, wo aber auch schon alle Startzeiten vergeben waren. Da die Turnierleitung einen verzögerten Start um 3 Minuten Berliner Golf Club Gatownicht akzeptieren wollte, waren wir also zum Sprint und zügigem Abschlag an der 2 gezwungen, so dass ich mich erstmal zu einem gesunden Powershank hinreißen ließ. Toller Start! Nach vier Bahnen hatte ich dann immerhin meinen ersten Nettopunkt auf der Karte. Ein Blick zurück zeigte, dass die Hektik völlig unangebracht war, hatten wir doch auf Bahn 5 schon drei freie Bahnen hinter uns. Nun ging es in die Grube zu den neune Löchern, die nicht jedermanns Geschmack treffen. Ich fand sie recht gut konzipiert, allerdings hängt das natürlich immer sehr damit zusammen, ob man den Ball gut trifft oder nicht. Zurück in den Wäldern und auf den alten und teilweise engen Fairways zeigt Miyaki dann sein Können und spielte viele Bahnen hintereinander mit Green in Regulation, so dass es sehr schwer war, an seinen Fersen zu bleiben. An unserer 18, also der ersten Bahn, die wir zum Abschluss spielten, brauchte es nun einen 15 Meter Putt von mir um Miyaki noch ins Stechen zwingen zu können, doch der erstaunlich knappe Schlag verfehlte sein Ziel um 20 Zentimeter und kam erst einen Meter hinter dem Loch zum Stillstand. Auf der schönen Terrasse des Clubhouses konnte Miyaki in den wenigen Sonnenstrahlen der Woche seinen ersten Toursieg feiern. Glückwunsch zu diesem hochverdienten Titel!